es geht los : raus von Burgos in die Meseta

…beim Rausgehen von Burgos hatte ich Glueck: der Weg ist schoen und viel durch Paerke und gruenen Landflasche. Ich hatte schon irgendwo gelesen, dass der Eingang in Burgos ewig lang durch Gewerbegebiete ging, und fuerchtete schon… Den Weg habe ich irgendwann verloren und bin an der Landstrasse marchiert. Das Vorteil dabei: keinen einzigen Pilger gesehen. Ich hatte den Camino (den ich erst nach 6 KM ausserhalb der Stadt wieder durch einen wilden Marsch nach Norden gefunden habe ) fuer mich allein ! Den ersten Pilger habe ich vielleicht gegen 13.00 gesehen…

So war ich im Hornillos del Camino (am geplanten Ziel der Etappe nach 20 KM) ueberrascht, eine grosse Anzahl von Pilger(innen) vor der Herberge zu treffen… Die Herberge mit 32 Betten ist schon voll : ich muss weiterlaufen.

Von einem Deutschen mit dem kleinen gelben Fuehrer von Stein habe ich dann den Hinweis bekommen, dass es nach 5 KM eine Notunterkunft gebe –San Bol– leider ohne jegliche Austattung : nur kaltes Wasser, kein WC oder Dusche, kein Strom : eine Einsiedlei. Da die Naechte auf der Meseta im April bitterkalt sind, habe ich sofort und hoffnungsvoll auf San Bol gezielt…

Erst gegen 18.00 sehe ich links unterhalb des Caminos die „Notunterkunft“ :es kommt Rauch aus einer kleinen Kuppel ! Wo Feuer ist sind auch Menschen ..! Ich gehe schneller und bilde mir schon ein, die Duft einer Pilger-Suppe zu riechen…



Der Eingang ist auf der Rueckseite. Da gruessen mich 2 Pilgerinnen aus Nuernberg und ein Pilger aus Denmark. Mehr Leuten sind anscheinlich nicht da… Ich komme rein und da kommt die grosse Ueberraschung: rechts und links Kueche und Spuelle – alles nagelneu und picobello ! Und es gruesst mich auf Englisch eine schoene junge blonde Fee – Maja aus Schweden ist die Hospitalera. Die Einsiedlei ist gerade in diesem Winter zu einer Topmoderne Pilgerherberge ausgebaut worden !


Diese Herberge ist ein Kleinod : ein grosser von Pappeln geplanzter Park mit einer Brunnen, Feuerplatz und Essplatz im Freien. Leider kann man zu dieser Jahreszeit nicht nach 19.00 draussen bleiben : es ist bitterkalt und ein eisiger Wind blaest.

Drin ist es viel gemuetlicher: Es gibt Feuer und wir essen zusammen an einem runden Tisch unterhalb der Kuppel und dies beim Kerzenlicht : Der Strom ist noch nicht angeschlossen. Es fehlt noch die Leitung!

Anflug zum Camino Frances : Santander – Burgos am 14.4.11 :

Um 10.00 von Frankfurt-Hahn mit dem Flieger los, lande ich in Santander gegen 12 Uhr. Den Flughafen und die Stadt kenne ich schon : ich war letztes Jahr dorthin geflogen, um in Güemes (20 kms davor auf dem Camino del Norte) als Hospitalero 2 Wochen lang zu arbeiten…
Nach einem kleiner Tour über den Hafen, besuche ich wieder die Pilgerherberge, wo ist schon zweimal übernachtet hatte. Überraschung : die Öffnungzeiten sind jetzt sehr früh : um 10 geht es los. Pilar arbeitet dort als hospitalera, und ich lerne Sie kennen. Dora, die die Bar „La Barruca“ unterhalb der Pilgerherbergue hatte, ist jetzt im Rente, es gibt einen neuen Páchter : das Menu del Peregrino und alle Graffiti der Pilger sind verschwunden… Alles ist modern und schön geworden…

Um 15.30 geht es mit dem Bus der Alsa nach Burgos. Alles sehr schön gemacht, mit Stewardess, die Getránke und Snacks verteilt… Den meisten Weg schlafe ich…

Gegen 18.00 Ankunft in Burgos. Ein kleines Besuch zum Dom…

Erstes Blick zum Dom von Burgos


… um 19.00 erreiche ich die katholische Pilgerherberge „Emmaus“. Diese wird von einer Französischen OrdenschwesterMarie-Noelle verwaltet. Da empfängt uns der Hospitalero Pepe und bereitet das Abendessen des Caminos vor : Spaguetti all‘ Arabiata und Salat…